Achtung, das wird wieder ein konfuser Artikel, dies sei nur kurz erwähnt, damit ihr hinter nicht sagen könnt, ich hätte euch nicht gewarnt.
Ich lebe getreu dem Motto: "Ett kütt wie et kütt." Oder es wird schon alles irgendwie einen Sinn haben, vielleicht nicht gleich, aber im Großen und Ganzem wird es einen Sinn ergeben. So hoffe ich es jedenfalls.
Ich glaube auch, dass es im Universum nur eine begrenzte Anzahl an bestimmten Sachen gibt und das diese Sachen von Familie zu Familie oder auch innerhalb von Freundschaften weitervererbt werden können. Es bleibt sozusagen in der Familie. Oder es ist in der Schwebe, halt im Universum und wartet auf seinen "Einsatz". Dieser Abrufbereich liegt irgendwo zwischen den Wolken und den Sternen, dort ist auch das ganze Wissen unserer Urväter gespeichert.
Beispiel gefällig? Wenn mein Mann 5 Kilo abnimmt, dann habe entweder ich die früher oder später wieder drauf oder auch er wieder. Aber der "Speck" bleibt, er wird innerhalb der Familie weitergegeben. Er geht nicht einfach weg, denn der "Speck" geht in die Warteschleife und schleicht sich langsam klamm und heimlich wieder an seinen angestammten Platz. Mal ist er bei mir geparkt, mal bei meinen Mann, mal bei meiner Mutter. Aber im Großen und Ganzem bleibt der Speckpegel einer Sippschaft gleich.
Andere Sachen sind der "Humorpegel", die Intelligenz, der Glücks- oder auch Pechpegel oder halt auch das Urwissen. Es hat wahrscheinlich auch viel mit Vererbung zu tun und Gene oder Instinkt, aber da kenne ich mich nicht so sehr aus.
Aber es kennt wohl jeder, dieses Gefühl einer Pechsträhne, vom Unglück regelrecht verfolgt zu sein. Und laut "Murphys Gesetz" geht dann sowieso alles schief, was nur schief gehen kann. Man denkt dann: "es kommt aber auch wirklich alles auf einmal."
(Achtung auch hier die Frage: ist das alles nur Einstellungssache, wenn ich nur fest genug an etwas glaube, dann geht das auch?! Oder liegt es nur daran, dass ich glaube Unglück zu haben)
Oder halt auch die Glückssträhne, diese Endorphine, die besagen, dass erfolgreiche Fußballer auch immer wieder gewinnen. (Einfach weil sie an sich glauben?)
Definition Endorphine:
"Unter Endorphinen verstehen wir vom Körper selbst hergestellte Morphine, die schmerzlindernd wirken. In der Umgangssprache sprechen wir auch von Glückshormonen. Neben der Schmerzempfindung beeinflussen die Endorphine unseren Hunger, die Produktion von Sexualhormonen und unsere Stimmung."(Lebenshilfe-abc)
Ich glaube ja, dass es nur ein bestimmtes Kontingent an Glück und Unglück auf der Welt gibt. Ob nun Gott oder das Schicksal oder auch Murphy dort oben in der Wartehalle sitzen und entscheiden, dass Familie A, nun aber genug Glück gehabt hat und nun mal Familie B dran ist, keine Ahnung, wahrscheinlich ist heutzutage eh alles computerprogrammiert und läuft voll automatisch ab.
Was bringt mich zu dieser Auffassung? Eltern kleiner Kinder werden es kennen. Da gönnt man sich mal einen Abend Spaß und feiert mit Freunden und bleibt auch mal länger wach als üblich. Am nächsten Tag ist garantiert ein Kind entweder noch zeitiger wach als sonst oder erwacht mit Magen-Darm. Man wird dafür bestraft, dass man mal aus seiner Elternrolle gefallen ist. Die ausgleichende Gerechtigkeit. (Habe ich diese Woche schon erlebt)
Oder man ist supergut drauf, weil ein Termin toll gelaufen ist, aber die beste Freundin hat einen Durchhänger, man will sie aufmuntern und gibt damit Anteile seiner Endorphine frei. Die Endorphine werden dann innerhalb der Gemeinschaft weitergegeben. Das Kontingent innerhalb einer Gemeinschaft bleibt gleich. (Diese Woche auch schon erlebt)
Für mich ist es also einerseits total tröstlich, dieses Gefühl, dass immer alles und alle da sind. Sie warten halt nur auf mich. Wenn ich mal Pech habe, dann weiß ich, dass ich auch bald wieder mit Glück dran bin. Und ich weiß auch, dass alle meine Lieben auf mich aufpassen, wo auch immer sie sein mögen. Denn die Liebe innerhalb einer Familie bleibt ja gleich, auch wenn sie vielleicht grad nicht zum Einsatz kommt, weiß ich, dass sie da ist.
Und mein Fazit heute: "Ett kütt wie et kütt", man muss nur manchmal etwas Geduld haben, denn "Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann ist glücklich."
Freitag, 7. Oktober 2016
Freitag, 30. September 2016
Schwarz oder weiß? Ganz oder gar nicht?
"Ist das wirklich deine Sichtweise, was du da jede Woche
schreibst?" frug mich eine Leserin. Ich: "Ja, das tue ich." Sie:
"Das ist aber sehr einseitig."
Ich habe drüber nachgedacht und ja, es ist so, ich bin einseitig,
nicht facettenreich, sondern ich denke in Schubladen, in Kategorien, für mich
gibt es nur schwarz oder weiß. Ganz oder gar nicht. Für mich ist das Glas immer
halb leer oder halb voll. Aber es gibt nie was dazwischen. Keine Grautöne.
Wenn ich krank bin, bin ich krank und zwar so richtig. (Siehe
auch mein Beitrag zur meiner einer Männergrippe) Wenn ich aufstehe, bin ich
entweder gut gelaunt oder schlecht gelaunt und das wird sich auch im Laufe des
Tages nicht ändern.
Ich behalte mir vor, erst mal alles Neue doof zu finden und neue
Menschen auch erst mal nicht zu mögen. Das Mögen und damit mein Vertrauen
müssen sie sich erst mal verdienen.
Bis jetzt bin ich damit ganz gut gefahren, obwohl ich
wahrscheinlich einiges auch dadurch verpasse. Was? Zum Beispiel
Grenzerfahrungen, neue Begegnungen oder Eindrücke. Ich bin jemand, der fährt
gerne immer zum selben Urlaubsort, ich mag ja nichts Neues, und beim
altbekannten Urlaubsort, da weiß ich was auf mich zu kommt, da kann ich planen.
Denn wenn ich in Schubladen denke, kann ich planen, dann ist mein
Leben messbar und planbar und halt auch kontrollierbar.
„Wer eine Sache am besten
kann, sollte das eine tun, was er kann.“ sagte Henry Ford
Und das sehe ich auch so und ich kann halt gut
schwarz-weiß-malen. Ja, ich kann auch bunt, aber dann ganz bunt.
Ich hasse Spontanität, denn "auch
Spontanität muss sorgfältig geplant werden." Am liebsten mit etwas
Vorlaufzeit. Ich mag keinen unangemeldeten Besuch, ich hasse es wenn der
Kindergarten anruft, "dass Kind 1 in die Legokiste gefallen ist. Das Kind
kann abgeholt werden, aber ich muss nicht, das darf ganz allein ich
entscheiden." Ja klar, melden macht frei und ich darf überlegen ob ich
mein krankes Kind trösten möchte oder lieber arbeite.
Als ob es da ein oder gibt. Ich glaube nicht, dass man ein
erfülltes Berufsleben und Kinder
wirklich unter einen Hut bringen kann. Es gibt so viele Teilzeitmuttis, die
aber auch nicht wirklich glücklich sind. Die einen müssen arbeiten, wegen des
Geldes, die anderen wollen arbeiten, aber in Wirklichkeit reißen sie sich
zwischen Kinder, Beruf und Haushalt auf und können in keinen dieser Bereiche
wirklich zufrieden bringende "Leistungen" erbringen.
"Leben ist das, was
passiert während du dabei bist andere Pläne zu machen."
Würde ich komplett aufhören zu arbeiten, wenn ich genug Geld
hätte? Würde ich mich rundherum nur um meine Kinder kümmern und wären die dann
glücklich? Wäre ich dann glücklich? Was prägt uns? Für mich als DDR-Kind ist es
normal, dass Kinder mit 1 Jahr in die Kinderkrippe gehen. Hier im Westen gibt
es Mütter und Eltern die jedes Mal doof gucken, wenn dein Kind bevor es 3 Jahre
alt ist in die Kita geht. Aber auch nur weil sie so erzogen wurden.
Ich finde es wichtig, dass meine Kinder auch eine arbeitende Mama
kennen, dass sie emanzipiert aufwachsen. Und dann können sie später selber
entscheiden ob ihre Frauen später arbeiten gehen dürfen oder hinter den Herd
gehören.
Warum bin ich wie ich bin? Kann ich nicht kochen, weil meine
Mutter es nicht mochte und mir auch somit nie wirklich beigebracht hat? Sind
wir deshalb ein bügelferner Haushalt, weil ich es nicht vorgelebt bekommen
habe?
Ist das so einfach? Bin ich deswegen immer nur schwarz oder weiß,
weil es als Kind für mich wichtig war? Man sieht mir meine Laune oder wenn mich
etwas bedrückt immer an. Schon früher wusste der ganze Schulbus nach 6 km, dass
ich eine 3 in Mathe hatte. Und das obwohl ich nicht wirklich mitteilsam bin.
Man sieht mir einfach an, wenn ich glücklich oder unglücklich.
Ich kann nur schwarz oder weiß, ganz oder gar nicht.
Ich mag keine halben Sachen, deshalb war dieser Artikel auch noch
nicht Donnerstag fertig, sondern erst Freitag. Ganz oder gar nicht. Und deshalb
habe ich auch so viele Termine und bin immer wieder am Planen und
Kontrollieren, denn mir graut es vor dem „gar nicht.“ Was passiert, wenn ich
mal nichts zu tun habe. Bin ich dann nicht mehr wichtig? Werde ich dann nicht
mehr gebraucht? Und deswegen werde ich mich jetzt wieder meinen To-Do-Listen zu
wenden um zu schauen, was ich als Vollzeitmama, Vollzeitarbeitnehmerin und
Vollzeitehefrau so als nächstes noch tun MUSS.
„Wo das Müssen beginnt, hört das
Fürchten auf.“ (Otto Eduard
Leopold Fürst von Bismarck)
Mittwoch, 21. September 2016
Einen Tag tauschen oder mal Mann sein
Ich möchte gern mal einen Tag mit jemanden tauschen. Mit wem? Eigentlich egal. Heute geht es mir mal nicht darum, dass ich nicht ich sein möchte. Sondern ich möchte deswegen tauschen, um mehr über andere und deren Sichtweisen zu lernen. Um deren Welt ein bisschen besser zu verstehen. Das würde doch manchmal schon etwas helfen, sich in andere hineinzuversetzen, deren Gedanken nachvollziehen können.
Ich wäre z.B. Gern mal ein Mann. Wie fühlt es sich an, wenn man testosterongesteuert ist? Wenn man jeder Frau hinterhergucken "muss", wenn man den ganzen Tag nur an Sex oder Nichtsex denken kann. Gut, vielleicht bin ich jetzt ein bisschen primitiv, aber ich stelle mir schon vor, dass die Gedanken eines Mannes einfach und primitiv sind. Aber dafür können sie ja auch nichts. Das ist hormonbedingt und war zum Überleben in der Steinzeit wichtig.
Da gab es nur Jagd und Fortpflanzung UND wo kann ich besser jagen, damit ich die Fortpflanzung sicherstellen kann. Die Frauen dagegen mussten sich um die Kinder kümmern und sich überlegen wie sie die Kinder ernähren können. Es mussten Notfallpläne gemacht werden. Der Clan musste zusammen gehalten werden, Intrigen vermieden und das Miteinander gewährleistet werden. Da ging es um Gefühle. Um Gedankenketten und Zusammenhänge, um wenn dieses passiert dann muss jenes oder halt das andere gemacht werden. Um das Wohlergehen einer komplexen Gemeinschaft.
Meine Vorstellung vom Mannsein ist, dass da kein Platz für Gefühle ist. Da wird morgens nicht stundenlang überlegt, was ziehe ich an, sondern das, was sauber oder gerade gebügelt (von der Frau?, der Reinigung?) ist. Da wird nicht überlegt, was esse ich. Sondern ich esse etwas, wenn was da ist (Single-Mann) oder ich esse etwas, was Frau vorbereitet oder eingekauft hat (verheiratet). Da brauche ich nicht lange im Bad. Zähneputzen, duschen, Toilette, fertig. Da wird sich nicht geschminkt und herausgeputzt. Im besten Fall, wird sich noch zugelächelt und gesagt: "Guten Morgen Sunnyboy! Du wirst auch jeden Tag schöner! Du wirst jetzt einen supergeilen Tag haben. Platz da, jetzt komme ich." Frau guckt in den Spiegel und zweifelt an sich: "oh Gott, war die Falte gestern auch schon da und ist das dort etwa ein Pickel, oh Gott, ich mache mich lieber ans Werk".... Und fängt an zu basteln, um sich schöner zu machen, um sich schöner zu fühlen. Selten ist sie dann zufrieden oder gibt sich mehr als ein "okay".
Ich stelle mir vor, dass Männer zufriedener sind, nicht weil sie nicht anspruchsvoll sind oder leichter zufrieden zu stellen, sondern einfach weil sie nicht soviel denken. Sie sind praktisch veranlagt. Eine Frau macht sich über alles und jedes Gedanken, von "was ziehe ich heute an" bis "welcher Duft passt zu meinen heutigen Tag" über "Schmuck, Handtasche, Jacke und nicht zu vergessen die Schuhe."
Wenn ich Mann wäre, würde ich jeden Tag Hemden tragen (aus der Reinigung), ich würde mich jeden Tag rasieren, außer mir würde ein Dreitagebart stehen, das habe ich mir natürlich nicht selber überlegt, sondern mehrere Frauen haben mir das gesagt.
Wenn ich ein Mann wäre, könnte ich rückwärts einparken, ich wäre groß und kräftig und überaus charmant und höflich. Ich würde die Schwachen beschützen und der Retter der Welt, ach ne ich drifte ab....
Denn wenn ich schon mal Mann bin, dann könnte ich doch auch mal so ein richtiges Macho-Arschloch sein. Einen denen die Frauen zu Füßen liegen, denn ich kann ja jede haben. Ich nehme keine Rücksicht auf niemanden und bin trotzdem der Held der Nation. Denn ich fühle mich rundum wohl mit mir und mache den ganzen Tag nur was mir allein gefällt.
Okay, wenn ich ein Mann wäre, müsste ich aber auch Fußball gucken (und es lieben). Mhmmm und andere Sportsachen und Actionfilme, ich müsste den Müll rausbringen und für alles und jedes Lösungen finden. Denn als Mann verstehe ich von den 1000 Sachen, die mein frauliches Gegenüber mir sagt, immer nur "blablablablbalbalbblalbaPROBLEMbalbalbblalbalbalbalbla." Und ich finde die Butter im Kühlschrank nicht... Ich müsste im Stehen pinkeln, denn soooo emanzipiert bin ich dann doch nicht. Ich müsste die Spinnen selber töten (äh die Kindervariante: fangen und freilassen) Ach ja und Kinder, ich müsste damit fertig werden, dass meine Kinder, wenn sie krank sind, immer zur Mama wollen und wenn sie wieder einen Entwicklungsschub machen immer mit "Mama-alleine" sein wollen. Ich hätte sie auch nicht auf die Welt bringen dürfen, oder schwanger sein oder stillen und ich könnte mir nie 1000%ig sicher sein, dass die Kinder auch von mir sind.
Vielleicht bin ich doch lieber Frau und ich, auch wenn ich mir dann wieder überlegen muss: "was ziehe ich morgen an? Und ist das überhaupt schon gewaschen und gebügelt?!"
Donnerstag, 15. September 2016
Vom Männerschnupfen oder wenn es drauf ankommt
Wenn ich krank bin, bin ich krank. Und zwar so richtig. Ich kann dann mit jeder Männergrippe mithalten.
Ich bin wehleidig, zutiefst deprimiert und der felsenfesten Überzeugung nie den nächsten Tag zu erleben oder gar gesund zu werden. Ich bin dann gefangen in meiner Vakuumblase, gefangen in meinem Schmerz und meinen Mantra: "das wird nie wieder gut, das kann nie wieder gut werden."
Auf die Frage "wie geht es dir?" Werde ich im Krankheitsfall immer antworten: "ich glaube, ich muss sterben..." Das natürlich im flüsternden Ton mit kaum zu hörender ersterbender Stimme....
Ich bin dann natürlich nicht mehr in der Lage mein Leben eigenständig zu meistern, zu arbeiten oder gar den Haushalt zu schmeißen. Na gut, wenn es sein muss, schleppe ich mich natürlich zum Arzt, bringe die Kinder zur Kita, gehe einkaufen oder auch arbeiten, wenn Not am Mann ist. Aber nur wenn es sein muss, denn dann kann ich auch, wenn es drauf ankommt. Aber am liebsten gehöre ich ins Bett oder auf die Couch, abgeschirmt von der Welt.
Mein Mann sagt wahlweise: "aber dafür kann ich doch nichts." Oder auch "du hast auch immer wieder was anderes." Wenn er mich mal fragt, wie es mir dann geht.
Und das stimmt, irgendetwas tut mir immer weh. Aber ich bin jetzt nicht offensiv am Jammern, glaube ich. Ich habe halt das Übliche, da Kopfschmerzen, da Husten und Schnupfen, gern auch mal eine Mittelohrentzündung oder eine Mandelentzündung. Also nie etwas wirklich Ernstes und ich glaube, ich wäre auch eine echt schlechte Krebspatientin. Denn da braucht man ja Mut und Überlebenswillen, da kommt es auf die Einstellung an, die Krankheit besiegen zu können. Gut, wer weiß, vielleicht könnte ich das dann ja auch, wenn es drauf ankommt.
Bei den Geburten meiner Kinder war ich jedenfalls laut Aussage des 1. Arztes, "sehr souverän", sowas hätte er selten erlebt. Und beim 2. Kind war ich nur 15 Minuten im Kreissaal, weil ich viel zu spät die Hebamme angerufen hatte.
Warum? Zum Einen hatte ich die Vorstellung, das ist normal, da musst du jetzt durch, andere haben es auch überlebt und du schaffst das schon irgendwie. Und zum Anderen ist meine Vorstellung die Hebamme könnte sagen: "warum rufst du denn an, du hast doch gar nichts!" Ein Graus für mich. Ich gehe auch nur selten zum Arzt, nur wenn es wirklich sein muss, weil ich immer die Befürchtung habe, mein Arzt würde mir sagen, ich würde nur simulieren, ich hätte ja gar nichts und würde nur seine kostbare Zeit in Anspruch nehmen. Woher diese Angst, keine Ahnung, ich könnte nie einfach mal blau machen und einen gelben Schein vom Arzt holen, einfach weil ich keine Lust auf Arbeiten habe. Das könnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.
Deswegen überlege ich mir gründlich ob ich zum Arzt gehe und wenn ja, was ich dann sage.
Aber ich habe auch schon festgestellt, dass mein Körper (oder mein Unterbewusstsein) ziemlich schlau ist. Wenn ich mir Zuviel zu Mute, mit Vollzeitarbeit, Kinder, Freunde, Haushalt, Hobbies und was mir sonst grad noch so einfällt, Erledigen zu müssen. Und das natürlich alles auf einmal und gleichzeitig, ich bin ja schließlich multitaskingfähig, ein richtiger "Troubleforster". - DANN werde ich krank.
Also nie mit Absicht, könnte ich gar nicht. Aber es scheint, als ob mein Körper dann die Reißleine zieht und sagt: "Gabi, so geht das nicht, du brauchst mal eine Pause und die verschreibe ich dir jetzt. Warum passt du nicht einfach ein bisschen besser auf dich auf und tust dir auch mal was Gutes. Mach doch mal selber Pause, kümmere dich nicht immer um andere, sondern jetzt bist du mal dran. Mach mal langsam und genieße den Augenblick, als immer nur Termine zu machen und zu überlegen, was du als nächstes machen möchtest äh musst."
Wird mein Leben mir Zuviel werde ich krank. Dann verschreibe ich mir, ein paar Tage Auszeit, wo ich mich gezwungenermaßen nur mit mir selber beschäftigen muss. Dann nehme ich mich mal wichtig, denn dann jammere ich und versinke in Selbstmitleid, dann dreht sich endlich mal alles nur um mich.
Und was mir auch auffällt, das Chaos. Chaos in der Wohnung, in meinem Kopf, in meinem Leben. Wenn ich krank bin, wünsche ich mir Einfachheit. Eine aufgeräumte Wohnung, keine Termine, keine Hektik, nur ich und die Bettdecke und auch kein Buch (und das ich als Leseratte). Einfachheit, was ist wirklich wichtig im Leben?
Natürlich, wer hätte das gedacht?, also ich nicht, werde ich schnell nach ein paar Tagen wieder gesund. Und mache leider genau da weiter wo ich aufgehört habe. Ich habe also nichts gelernt, mein Lebenskarussell, mein Lebensmuster, dreht sich weiter.
The Show Must go on....
Und das Fazit: mach doch mal ne Pause und gönn dir was! Überliste dich selber und sei mal schlauer als du selbst. Auf sich achten, Achtsamkeit. Mach mal Urlaub von dir selber! Also ich bin auf jeden Fall dabei, also gleich, ich muss nur noch schnell die Welt retten, aber dann kümmere ich mich um mich, versprochen!!!
Donnerstag, 8. September 2016
Hallo, wie geht es dir?
Diese einfache Frage hören wir wahrscheinlich mehrmals am Tag,
aber so gleich die Fragen auch sein mögen, so unterschiedlich sind sie doch
gemeint und so unterschiedlich fallen auch meine Antworten aus.
Am Montag im Büro, mein Chef: "Hallo, wie geht es dir? Wie
war dein Wochenende?"
Ich: "alles gut, wir haben viel Zeit mit den Kindern
verbracht."
Am Montag im
Büro, meine Zimmerkollegin: "Hallo, wie geht es dir?"
Ich: "Ich
bin müde, die Kinder waren am Wochenende krank."
Am Montag im Büro, mein einer Kollege, den ich zufällig auf dem
Flur begegne, wir aber nicht wirklich Berührungspunkte miteinander haben:
"Hallo, wie geht es dir? Wie war dein Wochenende?"
Ich: "Alles bestens, es könnte nicht besser sein. Und bei
dir?" (Die Antwort ist hier übrigens auch: "alles gut." Warum
sollte er auch etwas anderes sagen?)
Am Montag, meine
beste Freundin über Whatsapp: "Hallo, wie geht es dir? Wie war dein Wochenende?"
Ich: "die
nächste Frage bitte."
Was würde mein Chef sagen, wenn ich ihm erzähle, wie mein
Wochenende wirklich war? Dass die Kinder die ganze Zeit Erbrechen hatten und
ich nachts kaum ein Auge zu gemacht habe, weil ich jeden Moment darauf gewartet
habe, dass "es" wieder bei einem von beiden losgeht.
"Hallo, wie geht es dir?" ist eine Floskel. Kaum einer
will eine wirkliche Antwort darauf haben. Man tut so, als ob man höflich ist,
aber wirklich wissen, will man es nicht. Meine Freundin will es wissen, aber
die hat selber soviel um die Ohren, da werde ich ihr garantiert nicht
vorheulen, dass ich in manchen Momenten einfach nicht mehr weiß, aus welchen
Gründen ich denn unbedingt Kinder haben wollte, und dann sogar noch 2.
Und ganz ehrlich, manchmal weiß ich auch gar keine Antwort auf
die Frage: "Hallo, wie geht es dir?". Dazu müsste ich mir ja mal
einen Moment Zeit nehmen und in mich reinhören.
Und dann ist da ja noch die Frage mit wem vergleiche ich mich? Im
Vergleich zur alleinerziehenden mehrfach-Mama geht es mir bestimmt super. Ich
habe einen tollen Ehemann, der mich zwar auch nicht immer versteht, aber dafür
klare Anweisungen super versteht und toll im Haushalt mithilft. Aber im
Vergleich zur "einfachen" (also nicht zweifachen) Mama, die Teilzeit
arbeitet und die auch noch eine Putzfrau hat, geht es mir nicht so gut. Oder
doch?
Man sollte mal versuchen, hinter die Fassade zu schauen. Denn
selten ist alles so eitel Sonnenschein wie es aussieht. Die nach außen perfekte
Familie steht manchmal vielleicht kurz vor der Scheidung und die Kinder, die
immer hören und lieb sind, werden später Tyrannen.
Man sollte also versuchen sich nicht mit anderen zu vergleichen,
denn man ist immer man selber und einzigartig und wunderbar in seiner
Besonderheit. Jeder ist eine ganz besondere Person.
Mein Mann fragt immer: "bist du glücklich?" Ich finde
das ist so eine wichtige Frage, auf die ich aber selten eine Antwort weiß. Wie
definiert man glücklich? Glücklich jetzt oder in ein paar Minuten wenn ein
langer Arbeitstag sich dem Ende neigt und die Kinder endlich im Bett sind. Oder
bin ich glücklich, wenn ich zufrieden bin? Zufrieden bin ich z.B. nach einem
(oder 2) Stück Schokolade, aber bin ich dann glücklich? Meine Waage ist es
jedenfalls nicht.
Aber ich bin glücklich, wenn meine Kinder glücklich sind. Aber
auch die haben schon ihre Mechanismen. Ich: "Kind 1: wie geht es dir? Tut
dein Ohr noch weh?" (Wir haben grad eine akute Mittelohrentzündung mit
Antibiotikabehandlung) Er: "gut und nein, mein Ohr tut nicht weh".
Ich, als Mama denke ja, dass er das nur sagt, weil er seine Ruhe will. Was mich
aber nicht daran hindert in 5 Minuten wieder nachzufragen. Denn es muss doch
weh tun, denke ich mir, also frage ich noch mal nach und noch mal....
Denn wenn mir kalt ist, ziehe ich meinen Kindern was an und wenn
mir warm ist, ziehe ich ihnen die Jacke aus. Und wenn ich mir vorstelle, wie
weh mir meine Mittelohrentzündung damals tat, also das muss ihm doch wehtun.
Ist es hier richtig, von sich auf andere zu schließen? Ich glaube, das ist der
Mama-Instinkt. Denn Männer können (meist) nachts ruhig schlafen und hören
nicht, wie sich der Nachwuchs im Zimmer nebenan übergibt. Ich glaube, das ist
so ein Jäger- und Sammlerding. Die Männer mussten ausgeruht für die Mammutjagd
sein und die Mütter dafür sorgen, dass die Kinder gesund blieben.
Ob die Neandertaler sich schon damals gegenseitig gefragt haben,
wie es ihnen geht? Damals ging es ums Überleben und Gefühle waren
wahrscheinlich nebensächlich. Heutzutage sind Gefühle im Job auch nicht gern
gesehen. Man ist ganz Business-Mensch, denn man ist ja nicht beim Dating oder
zu Hause, man ist auf der Arbeit. Da muss man professionell auftreten und
funktionieren.
Deswegen hat die Antwort auf der Arbeit nach dem "Hallo, wie
geht es dir?" Immer "gut" zu lauten. Sonst bist du nicht zu
gebrauchen, sonst wirst du abserviert. Und da wir ja auf den Job angewiesen
sind und dort auch meist viel mehr Zeit als zu Hause verbringen, ist es
manchmal schwierig außerhalb des Jobs zu wissen, wie es einem wirklich geht.
Und wie geht es mir heute nun? Ich bin froh, dass dieser Tag rum
ist, ich freue mich dass morgen ein neuer Tag ist und ich werde mich jetzt mit
einem Stück Schokolade belohnen, dass der Artikel fertig ist. Und wie geht es
dir so?
Donnerstag, 1. September 2016
Über Beruf und Berufung
Manche Leute haben einen Beruf und andere Leute haben eine Berufung. Die einen machen ihren Job, die anderen lieben ihren Job.
Bei der Geburt meines 1. Sohnes hatte eine Hebamme Dienst, die
gefühlt uralt war und nach späteren Recherchen wohl noch aus dem Bestand der
alten Nonnen kam, die vorher das Krankenhaus führten. Ich lag also mit meinem
1. Kind in den Wehen, durch andere Umstände, die ich vielleicht mal in einer
anderen Geschichte thematisieren werde, ohne Geburtsvorbereitungskurs und ohne
jegliches Wissen wie eine Geburt vor sich geht. Die Devise der alten
verbitterten Hebamme war nur, ich solle mich nicht so anstellen, ich habe es
schließlich so gewollt. O-Ton der guten Frau. Gott sei Dank, war dann
Schichtwechsel und 30 Minuten später mein 1. Sohn auch da. Dank der
supertollen, jungen und engagierten Hebamme, die dann Dienst hatte. Sie war ein
Geschenk des Himmels und ich sage heute noch, wäre kein Schichtwechsel gewesen,
hätte ich bei der alten Hebamme bis heute mein Kind noch nicht.
Auch später auf dem Zimmer, wenn Nachtschwester Ludmilla
(ungelogen) Dienst hatte, traute man sich gar nicht zu klingeln oder
irgendetwas zu fragen, weil man so Angst vor ihr hatte. Und dass mir jetzt der
Name, der wundervollen lieben und freundlichen Krankenschwester nicht mehr
einfällt, die das ganze Gegenteil von Ludmilla war, mag daran liegen, dass man
sich an Schlechtes besser erinnern kann, als an Gutes.
So ist es ja auch mit Restaurantbesuchen, 1 negative Meinung
zieht 10 neue negative Meinungen mit sich, da es immer wieder weiter und weiter
erzählt wird (Mundpropaganda). Aber 1 gute Bewertung, schafft nicht 10 neue
gute Bewertungen, sondern maximal 1.
So ist der Mensch, gemein und gehässig und getratscht wird doch,
seien wir mal ehrlich, nicht über wie toll doch, das letzte Meeting war,
sondern dass Kollegin A. Wieder mal soooo einen kurzen Rock an hatte oder der
Kollege B. Verdächtige dunkle Augenringe hatte und wohl mal wieder eine Nacht
durchgemacht hat.
Zurück zur Berufung. Ich liebe meinen Job, ich bin eine gute
Sekretärin und strukturiere gerne Leute. Und irgendwie habe ich den inneren
Anspruch es allen recht machen zu wollen. Ich mag es, wenn sich alle lieb
haben, es keinen Streit gibt und jeder zufrieden ist. Aber das ist natürlich
nicht immer möglich und es liegt nicht an mir! Das war ein langer Lernprozess
und ich lerne es jeden Tag aufs Neue. Ich mag die Retterin des Tages von meinem
Chef sein, die Mitarbeiter finden es aber weitaus weniger prickelnd, dass ich
noch ein Meeting für 18 Uhr organisiert habe. Mein Chef ist glücklich, ich bin
glücklich, dass mein Chef glücklich ist, aber die Mitarbeiter sind weniger
glücklich.
Ich habe also meine Berufung gefunden und ich mag mich. Und ich
bin gerne nett zu anderen Menschen und versuche sie glücklich zu machen. Aber
die eigentliche Frage, die mich seit einiger Zeit umtreibt, ist die: werde ich
für meine Nettigkeit bezahlt? Steht sowas in meiner Stellenbeschreibung?!
Die Frage kam auf, ob eine z.B. Weightwatchersgruppenleiterein nur
nett zu mir ist, weil ich sie bezahle? Ist der Bäcker nur nett zu mir, weil ich
ihn bezahle, weil ich sein Kunde bin und er durch mich sein Lohn und Brot
verdient? Muss ein Stylist, den ich für eine Farbberatung bezahle, mich
verändern wollen, weil das sein Auftrag war? Muss eine Seminarleiterin auf
Teufel komm raus, Verbesserungsvorschläge finden, weil man in dem Seminar ist,
um sich selbst zu finden?
Ich meine, die Frage wird sich bei mir (leider *grins*) nie
stellen, ob mich meine Freunde nur wegen meines Geldes lieben? Aber ich stelle
mir schon die Frage, kriege ich immer das, was ich kriege, weil ich dafür
bezahle oder weil ich so bin wie ich bin?
Man sagt doch, wie man in den Wald hineinruft so schallt es
heraus. Wenn ich also freundlich Brötchen bestelle, kriege ich auch
"nett" Brötchen verkauft und wenn ich den Bäcker schroff Befehle
erteile, aber doch auch oder?
Da ist glaube ich noch viel mehr. Sitte und Anstand. Der Satz:
"aber das macht man doch nicht." "Das gehört sich nicht!"
Ich möchte gerne wertgeschätzt werden. So wie ich bin. Wie ich
meinen Job tue und dass ich ihn tue. Man kann wohl nicht von allen geliebt
werden, aber ich glaube mittlerweile möchte ich das auch gar nicht mehr. Ich
möchte schließlich auch nicht alle Leute mögen, ich möchte das Recht haben, den
unsympathisch zu finden, der es mir nun einmal ist, und auch auf dem 2. oder 3.
oder 4. Blick / Kontakt.
Die goldene Regel der Ethiklehre besagt:
"Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden
willst.“
oder auch negativ formuliert:
"Was du nicht willst,
dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“
Diese Werte werden in Deutschland gelebt bzw. sollten es. Und
wenn jeder seiner Berufung folgt und in seinem Job aufgeht, dann wird dies wohl
automatisch geschehen. Denn auf die Einstellung kommt es an. Wenn ich mich
jeden Morgen zur Arbeit quäle und mit Bauchschmerzen aufstehe, dann kann ich
auch keinen guten Job machen. Eine liebe Kollegin sagte mal zu mir: "wenn
du deinen Job liebst, dann ist es so, als ob du nie arbeiten müsstest, sondern
jeden Tag Urlaub hast."
Okay, ganz so ist es vielleicht nicht, aber der Ansatz stimmt.
Ich werde also weiterhin meine Brötchen ganz lieb und nett beim Bäcker meines
Vertrauens kaufen. Und ich werde mich in der nächsten Woche mal mit dem
Gedanken versuchen, dass andere nett zu mir sind, weil ich es bin, weil ich es
verdient habe, weil jeder das bekommt, was er verdient. Denn der Ton macht die
Musik. Auch wenn ich vielleicht für die Musik bezahle...
PS: der Gedanke, ich könnte mir nur nette Menschen in meinem
Umfeld "erkaufen" und alle würden mir nach dem Mund reden, finde ich
sehr gruselig.... Gut, dass ich nicht reich, berühmt oder Königin bin, sondern
dass ich Freunde habe, die mir auch mal ganz ehrlich die Meinung sagen können.
Und dürfen und sollen.
Und jetzt mal aus die Maus, Ende im Gelände, ich bin jetzt nett
zu mir, weil ich es mir wert bin. Und es tut gut, dies mal schwarz auf weiß zu
lesen. Probiert es doch auch einmal.
Und zum Schluss noch eine Frage:
„Und du bist?“
„Es wert!“
Donnerstag, 25. August 2016
Über Autos und Emanzipation
Definition Emanzipation laut Duden:
1. Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit;
Selbstständigkeit; Gleichstellung
2. rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung [der Frau mit
dem Mann]
Also ich finde es natürlich gut, dass es die Emanzipation gibt,
dass Frauen wählen und arbeiten und dass sie eine eigene Meinung haben dürfen
und dass noch so vieles mehr für uns Frauen möglich ist, was vor etlichen
Jahren noch undenkbar war. Ich glaube zwar, dass ich vor 100 Jahren auch eine ganze
passable Ehefrau abgegeben hätte, aber so wie heute ist es mir schon lieber.
*grins*
Ich bestehe auf Emanzipation, wenn es darum geht,
Familienangelegenheiten zu entscheiden und zwar gemeinsam und gleichberechtigt.
Ich bestehe auf mein Recht als Frau, wenn es um die Rettung der Wohnung vor
gemeingefährlichen Spinnen geht, darum den Müll runterzubringen oder ein Loch
in die Wand zu bohren.
Und jetzt werden einige Frauen (auch in meiner Familie) mit den
Augen rollen: für mich ist ein Auto nur ein Auto. Emanzipation hin oder her.
Es ist schwarz oder weiß und fährt. Ich kenne keine Marken oder
Typen und wenn mich jemand fragt, was ich für ein Auto habe, muss ich erst in
den Fahrzeugschein schauen. Oder Fahrzeugbrief? Jedenfalls in das was
idealerweise in der Handtasche und nicht hinter der Sonnenblende des Beifahrers
"versteckt" ist.
Mein 4jähriger Sohn sagt zurzeit beim Autofahren immer:
"Mama, es ist schwarz und es hat Räder. Welches Auto meine ich?" Die
Antwort ist meistens: "das Auto das wir vor 3 Straßen vor uns links
abbiegen sehen haben" oder so ähnlich. Ich fürchte mich vor der Zeit, wo
er dann alle Marken und Typen und Sorten wissen will. Oder ich kann bei der
Gelegenheit gleich alles mitlernen.
Ich fahre jedenfalls ein kleines türkises Stadtauto, dem man
schon von Weitem ansieht: das ist ein Mamiauto und das, noch bevor man die
beiden Kindersitze sieht. Und ja, ich parke auf Frauenparkplätzen und auch auf
Eltern-Kind-Plätzen. (Letzteres auch, wenn ich meine Kinder nicht dabei habe)
Anmerkung: mein Mann hatte letztens wohl in der Mittagspause mit seinen
männlichen Kollegen das Thema, ob man als Mann, wenn man die Kinder dabei hat,
auch auf einen Frauenparkplatz parken darf. Sie haben einstimmig beschlossen:
JA. AHA. Nicht haha, obwohl es das vielleicht auch zutrifft.
Ich nutze also Frauenparkplätze und stehe dazu. Gleichzeitig
finde ich Frauenparkplätze und auch z.B. Frauenquoten in Unternehmen
diskriminierend. Ist das vereinbar? Ich glaube schon, wir Frauen sind ja
manchmal etwas widersprüchlich. Aber so lange man sich dessen bewusst ist, ist
das für mich in Ordnung. In manchen Lebenslagen sollte man sich ruhig die
Rosinen rauspicken dürfen.
Apropos Rosinen, einige unter uns Frauen sind halt emanzipierter
als andere. Da parke ich also letztens in der Tiefgarage unserer nicht allzu
kleinen Stadt und bin tierisch stolz auf mich. 1. dass ich mich überhaupt mit dem
Auto in die Innenstadt getraut habe, 2. dann noch in die Tiefgarage gefahren
bin und dann 3. auch noch einigermaßen geparkt habe. Natürlich auf einen
Frauenparkplatz, als ich von meinem Shoppingerlebnissen wiederkomme, sehe ich
einen Zettel an meiner Scheibe kleben.
Schweißperlen auf meiner Stirn: "oh Gott, was ist
passiert?"
"Hallo Unbekannte(R), das mit dem Parken üben wir dann
aber noch mal oder? Beste Grüße die Frau von Nebenan ;o)"
Okay, ich finde ich habe ein Recht, in meiner Parklücke,
innerhalb von meinen beiden Strichen zu parken wie ich möchte, ob gerade oder
schräg oder vorwärts oder rückwärts, egal, Hauptsache ich bleibe innerhalb
meiner Begrenzung. Dachte ich.
Andere sehen das wohl anders. Zumal ich auch nicht antworten
konnte, denn ob das Auto neben mir, genau das gleiche war, wie 2 Stunden zuvor,
sowas weiß ich doch nicht.
Interessant fand ich auch die Annahme meiner Nebenparkfrau, dass
es sich eventuell um einen Mann gehandelt haben könnte?! AHA, ein Mann in einem
türkisen Auto, der sich relativ schief auf einen Frauenparkplatz stellt. Mhmmm,
glaube ich nicht, aber auch hier war meine Nebenparkfrau wohl sehr emanzipiert.
(Für die, die sich jetzt fragen, was sagt eigentlich der
Gesetzgeber dazu? Laut Bußgeldkatalog, gibt es eine Strafe von 10€ für
"nicht platzsparendes Parken". Dh. ich muss jeweils immer einen guten
Meter vor und hinter mir Platz lassen, um anderen parkenden Fahrzeugen ein
bequemes und sicheres Ein- und Ausparken gewährleisten zu können. Wenn man das
Auto quer oder schräg parkt, muss "nur" ein ungefährer Seitenabstand
von 70 cm eingehalten werden, damit das Einsteigen möglich ist. (Siehe bußgeld-info.de)
Mit diesem neuen Wissen, eröffnen sich mir völlig neue Möglichkeiten *grins*)
Ich gebe also zu, dass ich eine Frau bin, dass ich gerne Auto
fahre und den Komfort genieße schnell von A nach B zu gelangen, aber dass ich
kein sonderliches Talent zum Parken habe. Dass mir jegliche Formen und Farben
(und an dieser Stelle sei verraten, dass mein Mann alleine(!) das Auto
ausgesucht hat, ich hätte mir nie ein so offensichtliches Frauenauto gekauft,
Tarnung ist doch hier schließlich alles) egal sind, Hauptsache es fährt. Ich
gebe auch zu, dass ich in besonderen Stressmomenten (z.B. Parken) die Musik
leiser mache, weil ich sonst nicht rückwärts fahren kann und dass mein
schlimmster Alptraum ist, dass die Bremsen versagen und ich irgendwo rauffahre.
Ich gebe auch zu, dass ich die Motorhaube meines Autos noch nie offen hatte,
dass ich bis vor kurzem meinen Mann noch tanken geschickt habe, da ich mich
nicht getraut habe und dass ich keine Ahnung habe wo der Unterschied zwischen
HU/AU oder TÜV oder Durchsicht liegt.
Aber zur Rettung der Frauen sei erwähnt, dass ich im Gegenzug zu
meinen Mann, zum Beispiel, seit Führerscheinbesitz ohne Unfall oder Punkt in
Flensburg bin. Und das seit immerhin 14 Jahren.
Ich mag Rosinen, nein eigentlich nicht, aber ich bin gern
verheiratet, das macht vieles einfacher. Zusammen ist man weniger allein (und
man hat im Zweifelsfall immer jemanden, der für einen das Autowaschen fährt,
während man äh frau das Mittagessen kocht und die Kinder versorgt.)
In diesem Sinne bis nächstes Mal.
Abonnieren
Posts (Atom)